Vernetzungsstufe 2.0

Um kein riesiges Bett in dem einen Zimmer stehen zu haben, hab ich mir ein Netz-Bett gebaut, das komplett frei im Raum schwebt und eine Vielzahl von Nebenfunktionen bietet.

Die vorhandene Tragstruktur eines passend gewachsenen Baumes wollte ich möglichst unverändert übernehmen um einen flachen Aufbau zu ermöglichen.

Auf der Suche nach einem passenden Ast bin ich im Bamberger Forst über eine Eiche gestolpert. Vermutlich bei einem Sturm umgekippt, lag sie quer über einem schmalen Spazierweg. Die zwei passenden Äste hab ich im Wald LiDAR-gescannt (iPhone 12 Pro Max) und erstmal liegen lassen.

Zuerst hab den Scann ins CAD-Modell der Wohnung gesetzt und überlegt, wie es wohl funktionieren dürfte. Darauf mit knappen 10 cm Übermaß im Wald mit der Handsäge abgeschnitten. Mutig, wenn man bedenkt dass dieses Maß auf der Maßhaltigkeit der kostenlosen App Scaniverse und dem LiDAR-Sensor im iPhone 12 Pro (Max) beruht.

Auf der Schulter aus dem Wald getragen, anschließend ein paar Wochen hinter dem Haus liegen lassen. Mit einer Messingbürste Erde, Rinde und Pilze entfernt – ansonsten ist mit dem Holz nichts passiert, an ein paar Stellen wächst sogar noch Moos.

Befestigt sind die Äste an insgesamt sechs verdeckten Bolzen zischen drei Wänden. Der dickere Ast ist sowohl in Höhe als auch schrägen Lage im Raum zwischen den gegenüberliegenden Wänden verkeilt und sitzt bombenfest. An der dritten Wand ist die Gabel des kleineren Asts gegen Verdrehung gesichert. Jeweils ein Bolzen führt in einfache Sacklöcher im Hirnholz.

An der Verbindung der beiden Hölzer sorgt eine dünne Lage Kork gegen Knarzen, insgesamt verhält sich die Konstruktion überraschend flexibel, sodass auch an den Fugen zur Wand eine Schicht Kork gegen Reiben schützt.

Der kleinere Ast gabelt sich vor der Wand auf und ist dadurch gegen Verdrehung gesichert. Am Stoß hilft eine dünne Schicht Kork gegen Knarzen.

50 Ösenschrauben aus Edelstahl mit Holzgewinde verteilen sich auf den gesamten Umfang und nehmen die Randleine auf. Das Netz stammt von der Seilerei Kienmoser aus München, die im Vorfeld mit wertvollem Rat und Materialproben zur Seite stand.

Erstes Zwischenfazit: Bequem liegen kann man kopfüber, auf dem Bauch, in der Mitte oder am Rand, längs oder quer.

Fazit nach einem Jahr: Durch regelmäßiges Nachspannen außerdem wurde durch eine zweite Randleine ergänzt, die jede einzelne Masche aufnimmt.  (vgl. Bild oben).

Fazit nach drei Jahren: Einer der Ankerpunkte der „Brücke“ am Fenster ist gebrochen. Die Last wird völlig unbeeindruckt auf die benachbarten Ösen geleitet. Der Augbolzen aus Edelstahl ist an der Fuge zwischen Mauerwerk und Putz leicht verbogen → Eine Nummer größer würde vermutlich reichen. Ein Gerüstbolzen würde sich wohl auch eignen.