Vernetzungsstufe 2.0

Nachdem ich in Würzburg bereits ein recht hübsches „Wohnnetz“ zum Liegen hatte, hab ich mir in Bamberg ein übergroßes Netz-Bett geschaffen. Der zentrale Leitgedanke war, die vorhandene Tragstruktur eines natürlich gewachsenen Baumes möglichst unverändert zu übernehmen, maximal effizient.

Die Konstruktion aus den beiden Ästen hängt an 6 verdeckten Schrauben, durch jeweils drei Berührungspunkte ist das Gesamtsystem in sich gegen Torsion gesichert. Tatsächlich würden die Äste durch ihre gekippte Lage auch gänzlich ohne Befestigungsmittel halten. In Verbindung mit einem logischen Arbeitsablauf konnte ich das gesamte Projekt alleine realisieren.

Auf der Suche nach einem passenden Ast bin ich im Bamberger Forst über eine Eiche gestolpert. Vermutlich bei einem Sturm aus den Latschen gekippt, lag sie quer über einem Wanderweg. Mit der Dozuki (japanische Handsäge) grob abgelängt wurden die beiden Äste zur Seite gelegt und vor Ort per LiDAR gescannt.

Erst nach digitaler Planung hab ich das Holz dann auf der Schulter aus dem Wald geholt und hinter dem Haus ablagern lassen. Mit einer Messingbürste wurden Erde, Rinde und Pilze entfernt – ansonsten ist mit dem Holz nichts passiert. Kein Öl und schon gar kein Lack, an einem Ende ist sogar noch etwas Moos ansässig.

Das Netz stammt von der Seilerei Kienmoser aus München, die im Vorfeld mit wertvollem Rat und Materialproben zur Seite standen.

Erstes Zwischenfazit: Es könnte nicht besser sein. Es bietet Platz für 4+ Personen und fungiert als Schlafbereich, auf dem man sich nach belieben legen kann – Kopfüber, auf dem Bauch, in der Mitte oder am Rand, längs oder quer.

Der privilegierte Blick aus dem Fenster aufs Kloster St. Michael ist da nur noch Nebensache.